Die einzigartige Instrumentensammlung von internationaler Bedeutung zeigt das breite Spektrum der Trompetenbaukunst über vier Jahrhunderte. Das älteste Stück der Sammlung, eine Naturtrompete von 1664, repräsentiert mit anderen Exemplaren aus dem 17. und 18. Jh. die damalige Tradition des Trompetenbaus in Mitteleuropa.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Chromatisierung der Trompete, einer der wohl wichtigsten instrumentenbaulichen Prozesse überhaupt. Neben einer umfangreichen Kornettsammlung sind ebenfalls ungewöhnliche wie skurrile bauliche Spielarten zu sehen. Zahlreiche bildnerische Werke und Dokumente aus dem Kontext des Instrumentes ergänzen die Ausstellung.
Zu einem kleinen Extrabesuch lädt die Trompetenwerkstatt ein. Sie stammt aus der Zeit um 1900 und stand ursprünglich einmal in Oldenburg. Wieder aufgebaut ist sie im ehemaligen Pförtnerhäuschen am Eingang des Schlossparks.
Die Sammlung – ausgewählte Exponate
Die Instrumentensammlung widmet sich dem breiten Spektrum der Trompetenbaukunst über vier Jahrhunderte. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Chromatisierung des Instrumentes in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen. Nachfolgend einige ausgewählte Exponate unserer Ausstellung:

Aida-Trompete in C
Yamaha, Hamamatsu, 1979. In gestreckter Form, mit Drehventilen und Spiralfederdruckwerk. Für Herbert von Karajan und die Wiener Philharmoniker zum damaligen Einsatz bei den Salzburger Festspielen gebaut.
![Giuseppe Verdi, Adaggio [sic]](https://trompetenmuseum.de/wp-content/uploads/2026/09/exponat-giuseppe-verdi-adaggio-sic.jpg)
Giuseppe Verdi, Adaggio [sic]
Für Solotrompete in tief-D und Orchester. Busseto um 1836-39, Manuskript (Unikat). Das Werk entging der späteren Vernichtung durch des Komponisten eigene Hand, weil es im Hause des Schwiegervaters Barezzi aufbewahrt war.

Klappentrompete in Es
Anton Müller, Raum Graslitz, 1. Hälfte 19. Jh. Mit 8 Klappen gebaut. Für ein ähnliches Instrument haben Joseph Haydn (1796) und Johann Nepomuk Hummel (1803) ihre bekannten Trompetenkonzerte geschrieben.

Kornett (in Trompetenform) in B
J. W. York & Son. Grand Rapids MI, um 1935. Mit ungewöhnlicher Windungsart. Da Schallstück und Mundrohr rechts von den Ventilen verlaufen, ist das Instrument einhändig spielbar.

Kornett in B (hier mit G-Bogen)
Charles Stehlin (nachgew. 1861-86). Besançon, um 1870. Mit sog. „Schubventilen“ ausgestattet. Bei diesem Instrument führt der Luftweg zunächst in das 3., danach über das 2. in das 1. Ventil und erst dann in das Schallstück.

Naturtrompete in Es
Paul Hainlein (1626-86). Nürnberg, 1664. Bei der Restauration wurden aus drei Ruinen zwei Instrumente angefertigt, so auch dieses.

Saxtuba in B
Adolphe Sax (1814-94). Paris, 1852. In der Form an das antike „Cornu“ angelehnt. Für Fromental Halévys (1799-1862) Oper „Le juif errant“ (UA 1852) gebaut.

Ventiltrompete in D
Schüpbach & Guichard. Yverdon, 1830-38. Zwei Drehventile mit Klinkenhebelmechanik, einer sehr frühen, eher primitiven Form dieses Typs.

Zugtrompete in F
Anonym, weist aber Ähnlichkeiten mit Instrumenten von John August Köhler auf. London um 1880.
