Museum

Ein Museum mit Vergangenheit

An historischer Stätte, der der Dichter Joseph Victor von Scheffel mit seinem Trompeter von Säckingen (1854) ein literarisches Denkmal gesetzt hatte, wurde mit der Einrichtung eines Trompetenmuseums im Jahre 1985 eine Legende Wirklichkeit.

„Keine Stadt der Welt ist so eng mit der Trompete verbunden wie Bad Säckingen“ hatte der damalige Bürgermeister Dr. Günther Nufer einmal formuliert. Das war im Jahre 1979, als im Schloss Schönau in Bad Säckingen, im Volksmund auch „Trompeterschloss“ genannt, eine Ausstellung mit dem Titel „Die Trompete“ zu sehen war – wohl die erste ihrer Art überhaupt. Zentraler Motor dieser Präsentation war der leidenschaftliche Instrumentensammler Ernst W. Buser aus Binningen in der Schweiz. Er zeigte seinerzeit zusammen mit dem amerikanischen Trompeter und Musikwissenschaftler Dr. Edward H. Tarr aus seinem privaten Fundus etwa 50 Instrumente sowie Dokumente vom Barock bis zur Gegenwart. 

Inspiriert von diesem Ereignis, vom einmaligen lokalen Ambiente wie durch die literarische Vorlage Scheffels, installierten die Genannten mit Unterstützung der Gemeinde im Jahre 1985 ein Trompetenmuseum, das bis heute in seiner Art als einzigartig gilt.

Die Grundlage hierfür bildete die zwischenzeitlich von der Stadt erworbene sog. „Buser-Sammlung“. Durch gezielte Akquisitionen wuchs der Bestand auf heute über 200 Instrumente an. Edward H. Tarr wurde zunächst zum Konservator bestellt, später dann zum Direktor. Seit dem Jahre 2005 leitet Johannes Brenke das Museum.

Die Instrumentensammlung widmet sich dem breiten Spektrum der Trompetenbaukunst über vier Jahrhunderte. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Chromatisierung des Instrumentes in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen. Daneben richtet die Ausstellung ihren Blick aber auch auf den zeitgeschichtlichen Kontext der Trompete. Sie zeigt Noten, Bilder und andere, teils einzigartige Dokumente, die die kulturellen und gesellschaftlichen Bezüge auf ihre Weise beleuchten.

Ein Gebäude mit wechselvoller Geschichte

Die Silhouette der Bad Säckinger Altstadt wurde in ihrer Geschichte von den drei mittelalterlichen Ständen Klerus, Adel und Bürgertum entscheidend geformt. Davon zeugen noch heute das Münster, die alte Holzbrücke sowie das in einem großzügigen Park gelegene herrschaftliche Schloss.

An der Südwestecke der alten Stadtbefestigung gelegen, wird das Schloss erstmals um das Jahr 1300 erwähnt. Anfang des 15. Jhs. wurde es von den Herren von Schönau erworben, die nun für etwa 300 Jahre die Geschicke bestimmten. Die älteste Ansicht des Schlosses ist auf einem Stadtbild von Merian zu sehen, das im Jahre 1640 entstand. Gegen 1700 erhielt es dann nach verschiedenen Umbauten sein heutiges Aussehen.

Hier spielte im 17. Jh. auch die Liebesgeschichte zwischen der adeligen Maria Ursula von Schönau und dem Bürgerssohn Franz Werner Kirchhofer, deren Romanze durch Joseph Victor von Scheffels Versepos „Der Trompeter von Säckingen – Jung Werners Abschied“ später weltberühmt wurde.

Seit Mitte des 18. Jhs. wechselten die Besitzer mehrmals, bis das Gebäude im Jahre 1928 von der Stadt Säckingen erworben wurde. Seither dient es besonders zu Repräsentationszwecken und für kulturelle Veranstaltungen.

Neben dem international einzigartigen Trompetenmuseum beherbergt das Hochrheinmuseum Schloss Schönau heute eine ausführliche, dem Dichter Joseph Victor von Scheffel gewidmete Dokumentation seiner Säckinger Zeit wie wichtige Exponate zur Stadtgeschichte und eine archäologische Abteilung von regional-historischer Bedeutung.

Bildcollage: Schloss Schönau mit Park und Brunnen, die Bronzefigur eines Trompeters und die Freitreppe des Schlosses