40. Jahre Trompetenmuseum

Das Geburtstagswochenende

Das Wochenende vom 24. bis 26. Oktober stand ganz im Zeichen des 40. Geburtstags des Trompetenmuseums Bad Säckingen. Der thematische Schwerpunkt für die begleitenden Veranstaltungen war damit gesetzt: die Trompete.

Festakt

Vorgeschaltet war am Donnerstag ein Festakt, bei dem die Redner die Bedeutung der international renommierten Sammlung würdigten. Vor zahlreich erschienenen Gästen sorgte ein Ensemble der Schola Cantorum Basiliensis mit Naturtrompeten und Pauken für ein authentisches Klangerlebnis auf außergewöhnlichem Niveau.

Konzert

Unter dem Titel „Kornettissimo“ stand der Freitagabend ganz im Zeichen eines besonderen Konzerts. Den ersten Teil des Programms gestaltete die Stadtmusik Bad Säckingen unter der Leitung von MD Johannes Brenke. Als Gastsolist trat der Trompeter und Kornettist Willi Budde aus Detmold auf.

Im Mittelpunkt standen Werke, die einen zeitlichen Bezug zum Kornett haben, sowie entsprechende Originalliteratur. So stand an diesem Abend die Fantasie für Kornett und Orchester „Une Perle de l’Océan“ von Theodor Hoch aus dem Jahr 1876 auf dem Programm. Sensibel begleitet von der Stadtmusik, glänzte der Solist mit Spielwitz, brillanter Technik und flexibler Tongebung. Das galt ebenso für das zweite Solowerk des Abends, „La Virgin de la Macarena“. Dafür wechselte Budde vom Kornett zur Trompete und begeisterte das Publikum mit einer temperamentvollen Interpretation, die keine Wünsche offen ließ. In den vier Orchesterwerken beeindruckte die Stadtmusik Bad Säckingen durch Präzision, Klangtransparenz, dynamische Bandbreite und technische Reife. Dies gilt ebenso für die solistischen Passagen einzelner Stücke, wie etwa im „Paso doble“ aus der „Second Suite“ von Alfred Reed oder im „Danzón Nr. 2“ von Arturo Marquez.

Den zweiten Konzertteil bestritten die „Sugar Foot Stompers“ aus Lörrach, eine achtköpfige Jazz-Formation. Ihr Ziel ist es, die „Roaring Twenties“ mit Musik aus den damaligen Hotspots wie New Orleans, Chicago und New York weiterleben zu lassen. An diesem Abend standen besonders die Songs von Louis Armstrong, Bix Beiderbecke und King Oliver im Mittelpunkt. Rein akustisch und stilsicher gespielt, riss das etwa einstündige Programm der Sugar Foot Stompers das Publikum von Beginn an mit. Ein fröhlicher Abend voller Spielfreude und gelöster Stimmung.

Trompetenwettbewerb

Es folgte am Samstag der in den Geburtstag des Museums eingebettete Trompetenwettbewerb, der seit dem Jahr 2015 nun zum fünften Mal stattfand. Die Resonanz war groß. Insgesamt 21 TeilnehmerInnen stellten sich in der Kategorie A im Kursaal und in der Kategorie B im Schloss Schönau den hochkarätig besetzten Jurys: Prof. Klaus Jürgen Bräker (HfM Detmold), Prof. i. R. Wolfgang Guggenberger (HfM Trossingen), László Kunkli (Stv. Solotrompeter SWR Sinfonieorchester), Prof. Peter Mönkediek (Solotrompeter WDR Sinfonieorchester, HfM Düsseldorf), Marc Oberle (Philharmonisches Orchester Freiburg), Anthony Plog (Komponist, Trompeter). Sie hörten den ganzen Tag über Leistungen auf hohem und höchstem Niveau.

Schlussendlich konnten sich in der Kategorie B Emil Rebholz (1. Preis), Moritz Nowotny (2. Preis), Miyuu Aoki (3. Preis) und in der Kategorie A Ben Stümke (1. Preis), Frances Lole (2. Preis) und Johannes Troiber (3. Preis) durchsetzen. Sie alle gaben am Abend im Preisträgerkonzert mit Ausschnitten ihres Programms noch einmal eine beeindruckende Kostprobe ihres Könnens.

Die Preisträger 2025 v. l. n. r.: Miyuu Aoki,Moritz Nowotny, Ben Stümke, Emil Rebholz, Frances Lole, es fehlt Johannes Troiber

Matinee

„Nicht für jeden …“ war der einer Komposition entlehnte Titel der Matinee am Sonntagmorgen im Saal des Schlosses Schönau. Trompeter und Kornettist Willi Budde, der bereits am Freitag im Kursaal gemeinsam mit der Stadtmusik Bad Säckingen auf der Bühne gestanden hatte, beleuchtete mit seinem Programm eindrucksvoll die Geschichte des Kornetts in Deutschland. Mit 12 verschiedenen, durchweg originalen Instrumenten aus der Zeit zwischen etwa 1880 und 1930, wie der dazugehörigen Literatur, entführte er das Publikum in ungewohnte Klangwelten, deren spezifische Atmosphäre bis zum Schluss nichts an Spannung verlor. Dazu trug besonders auch seine kongeniale Partnerin Eva Roebers mit ihrer fein nuancierten, einfühlsamen Begleitung am Flügel bei.